Aktuell

2. Juni 2023 um 19.00 Uhr und 03. Juni 2023 um 16.00 Uhr:

Am 2. Juni 2023 um 19.00 Uhr und am 03. Juni 2023 um 16.00 Uhr findet im Nelson-Mandela-Park in Bremen eine Performance der "Schwankhalle" statt. Titel: Geneigter.

Zu diesem Anlass öffnet der Verein "Der Elefant!" seine Tür am 02. Juni von 18.00 bis 21.00 Uhr und am 03. Juni von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Es kann ein Blick in die Krypta geworfen werden. Außerdem gibt es für Interessierte kurze Vorträge und Informationen zum Denkmal und zur Bremer Kolonialgeschichte.

Zum Inhalt der Performance:
Mit »Geneigter« setzt Zwoisy Mears-Clarke die Linie der deutschen Volkstänze fort. Von Emotionen und verwurzelten Intentionen getrieben, führen zwei Tänzer*innen Bewegungsabläufe aus, werden Szenen in DGS (Deutsche Gebärdensprache) aufgeführt und auf Deutsch gesungen. Sie erzählen eine Geschichte, die mit unseren Urgroßeltern beginnt – eine Geschichte, die angesichts der systematischen Unsichtbarmachung der kolonialen Vergangenheit Deutschlands jedoch weitgehend unbekannt bleibt. Es geht um die fast 140 Jahre alte Verbindung zwischen den Deutschen und den Ovaherero und Nama, zwei indigenen Stämmen Namibias. Diese »Beziehung« wurde von Deutschland als Kolonialmacht des damaligen Deutsch-Südwestafrika (dem heutigen Namibia) gewaltsam begonnen. Zwischen 1904 und 1908 geschah schließlich das, was von Historikerinnen gemeinhin als der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts bezeichnet wird.

Weitere Infos: https://www.schwankhalle.de/.../zwoisy-mears-clarke...







"Das war ein Propaganda-Denkmal"

Bremen, Stadt der Kolonien. Dafür sollte der Backstein-Elefant hinterm Hauptbahnhof stehen. Heute setzt sich Gudrun Eickelberg dafür ein, dass das Monument erhalten bleibt – als Mahnmal gegen den Kolonialismus.

Zehn Meter ist das Monument aus rotem Backstein hoch. Hinter dem Hauptbahnhof steht es, zwischen Bürgerweide und Herman-Böse-Gymnasium. Der Elefant ist stadtbekannt. In den 1920er-Jahren sprachen sich viele Bremer Handelsfirmen dafür aus, die deutschen Kolonien zurückzugewinnen. Der 1931 errichtete Elefant sollte das öffentlichkeitswirksam unterstützen. Auftraggeber war die Deutsche Kolonialgesellschaft. Der Bau war in Bremen umstritten, doch vor allem nationale Kräfte unterstützten die Errichtung des Backsteinmonuments.

Das machten sich auch die Nationalsozialisten zu nutzen: Bremen sollte als "Stadt der Kolonien" wieder den Imperialismus heraufbeschwören, die Kolonien, die das Deutsche Reich nach dem Ersten Weltkrieg wieder abgeben musste.

Wirklich profitabel waren die Kolonien nie gewesen. Besonders die blutigen Kämpfe in Deutsch-Südwestafrika und Deutsch-Ostafrika, heute Namibia und Tansania, hatten immense Kosten verursacht. Viele begeisterten sich erst für die Kolonien, als sie nicht mehr Teil des Deutschen Reichs waren – daran konnte Hitler anknüpfen.

Warum Bremen anderen Städten gegenüber einen Vorteil in der Erinnerungskultur hat und wie es im Inneren des Denkmals aussieht, gibt es im Video mit Gudrun Eickelberg vom Verein "Der Elefant" zu sehen.

(Weser-Kurier vom 19.01.2022)




Das Bremer Antikolonialdenkmal Elefant und unser gemeinnütziger Verein als gutes Beispiel für eine überfällige antikoloniale Aufarbeitung wegen Millionen Opfern in den betroffenen Kolonien und unvorstellbaren Grausamkeiten aber auch aufgrund der Auseinandersetzung mit strukturellem Rassismus als auch den heutigen Folgen eines riesengroßen Unrechts, das so dermaßen lange wirkt.

>>> NDR-Beitrag aus der Sendung "DAS!": "Der Elefant – Bremens Antikolonialdenkmal"


In Planung:

Weitere Austellungen, Lesungen, Vorträge etc.